Die Zeitlosen - Theater aus Soltau

Schauspieler agieren souverän

Die Zeitlosen überzeugen bei Komödie "Lügen haben junge Beine" mit Spaß und Leidenschaft Soltau.

hh Soltau. Die Theatergruppe „Die Zeitlosen" beschreiben sich selbst als bunt gemischter Haufen, den die Lust und Freude am Theater vor und hinter der Bühne verbindet. „Erleben sie unsere Freude am Spiel - nicht als Profis, aber mit Spaß und Leidenschaft", fordern sie auf ihrer Internetseite auf. Sie versprechen Einblicke in die Welt des anspruchsvollen Boulevard-Theaters. Wie in den Vorjahren ist ihnen all dies jetzt auch mit ihrem neuen Stück „Lügen haben junge Beine" in herausragender Art in der Aula des Soltauer Gymnasiums gelungen.Die Grundlage dazu bot die turbulente Fortsetzung der Komödie „Taxi, Taxi - Doppelt hält besser" von Ray Cooney. In ihr gerät der clevere Taxifahrer John Smith (Oliver Bierwag), der gleichzeitig mit Mary (Maren Schwellenbach) in Wimbledon und mit Barbara (Petra Runde) in Streatham verheiratet ist in Bedrängnis. Sein Sohn Gavin (Christian Böhme) aus seiner Ehe mit Barbara will unbedingt seine Internetbekanntschaft Vicky (Paulina Walstra) kennenlernen. Diese ist jedoch Johns Tochter aus seiner Ehe mit Mary.Es gilt das Treffen zu verhindern. Hilfe bekommt John von seinem besten Freund Stanley Gardner (Volker Thürasch), dersich auch noch um den eigenen Vater (Hermann Carstens) kümmern muss. Heraus kommt dabei „eine vollkommen logische Tour de Force durch ein raffiniert entwickeltes Lügengespinst" - für die Zuschauer besonders rasant, weil sie auf der Bühne das Geschehen in beiden Haushalten gleichzeitig erleben.Doch alles wäre nur halb so unterhaltsam, wenn nicht die Spielfreude der Darsteller hinzugekommen wäre. Vom ersten Moment an zogen die Akteure mit ihrer Präsenz, ihrem fein abgestimmten lockeren, souveränen Spiel die Zuschauer mit in das Feuerwerk aus Ausreden, drohenden Katastrophen, geschickten Winkelzügen und Klamauk. Das, ohne zu überzeichnen oder ins Kitschige abzurutschen.Authentische DarstellerSchon weit vor der Pause musstern einige Taschentücher gezoger werden, um die Lachtränen wegzuwischen, wenn Freund Stanley wieder eine Ausrede parat hatte und der geplagte John sich unter Decken oder hinter der Taucherbrille verstecken musste. Christian Böhme lebte den neugierigen, Schwachstellen in den Ausreden aufdeckenden Sohn mit absoluter Authentizität. Paulina Walstra verkörperte die neugierige, ungeduldige Jugendliche perfekt, und die beiden Frauen überzeugten sowohl als rührige Mutter als auch als listige Verschwörerinnen mit ihrem glaubhaft gespielten Geständnis. Dazwischen sorgte Hermann Carstens als schrulliger, leicht dementer Dad für geschickt eingeflochtene Situationskomik.Das Stück mit diesem Ensemble zeugte von sauberer Regiearbeit durch Ina Trosin, mit ausgefeiltem Spiel und - wie es die Theatergruppe verspricht - von „Freude am Spiel mit Spaß und Leidenschaft", die sich hinter Profis nicht verstecken muss.