Die Zeitlosen - Theater aus Soltau

Komödie im Dunkeln (2004)

Unendlicher Humor

Theatergruppe „Die Zeitlosen" begeistert mit „Komödie im Dunkeln"

Soltau. Herrlichen Spaß bot die Soltauer Theatergruppe „Die Zeitlosen" mit Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln" - „Black Comedy". Die Gruppe bot am Wochenende drei Aufführungen in der Aula des Gymnasiums. Der Hauptgag des Stückes ist schon im Titel ausgedrückt: Der Autor benutzt die allgemein gängige Übertragung der Bedeutung „Schwarzer Humor" wörtlich: „Schwarze Komödie" spielt in einer durch Kurzschluss stockdunklen Wohnung - dabei ist es auf der Bühne gleißend hell. Hat eine der handelnden Figuren endlich ein Streichholz oder eine Kerze entzündet, wird es auf der Bühne schwarz wie die Nacht. In dieser Umkehrung tappen die Schauspieler also meistens im Finstern, stossen Möbel um, setzen sich neben Stühle, rempeln einander an.

Die so mit nicht enden wollender Komik und köstlichem Klamauk gewürzte Handlung inszenierte Werner Küttner in zügigem Ablauf auf einem hübschen Bühnenbild von Richard Rhyssen. Zu lenken hatte er ein Ensemble, dass mit begeisternder Beweglichkeit und wirklich bühnenreifen Einzeleinfällen die Probleme der Dunkelheit darstellte. Dazu hatte jeder eine besondere stimmliche Eigenart, quiekte im Diskant, wenn es aufregend wurde, grummelte trocken vor sich hin, oder kicherte, dass einem vor Lachen die Tränen in die Augen traten.

Zum Inhalt: Zu dem jungen, unbekannten und bettelarmen Bildhauer Brindsley (Markus Franitzek) und seiner Verlobten Carol (Ines Marquardt) soll der russische Millionär Gudunow (Marcus Fensky) kommen, um möglichst von den Werken des Künstlers zu kaufen. Er kommt natürlich erst ganz am Schluss des Stückes.

Vorher kabbeln sich in der mit den kostbaren Möbeln des nichtsahnenden Nachbarn ausgestatteten Wohnung die „mittelständische", dem Gin nicht abholde Nachbarin Miss Furnival (Bärbel Schulz), der autoritäre, strenge Vater der Braut, Colonel Melkett (Volker Thürasch), der mit Antiquitäten handelnde, die ohne sein Wissen ausgeliehenen Möbel besitzende, zu früh heimkehrende Nachbar Harold (Frank Martin Saß), der fälschlich für den Millionär gehaltene exilrussische Elektriker Schupanski (Richard Rhyssen) und die zur Unzeit erscheinende flotte frühere Freundin Brindsleys Clea (Cindy Zachrau).

Alle Darstellerinnen und Darsteller überzeugten durch ihr intensives, engagiertes Spiel und hatten mit ihren kleinen extra Einlagen die Lacher auf ihrer Seite. So bedankte sich das Publikum an Ende mit langanhaltendem, begeistertem Beifall. 

(Von Almuth Behrmann Böhme-Zeitung)