Die Zeitlosen - Theater aus Soltau

Hoteldirektor und Sekretäre rotieren um zwei Diven

So ein Theater auf der Bühne. Man kam besonders im zweiten Teil der Theateraufführung nicht aus dem Lachen heraus. Das Stück hieß „Der süßeste Wahnsinn", das der amerikanische Autor Michael McKeever scheinbar explizit für die Theatergruppe „Die Zeitlosen" geschrieben hatte. Es war ein Theaterstück so richtig zum Ablachen, eine turbulente Boulevardkomödie im besten Sinne des Wortes. Und der Theatersaal des Gymnasiums war am vergangenen Sonnabend gut und am Sonntag komplett gefüllt.

Das Stück ging etwas langsam an. Aber mit dem Fortschreiten der Aufführung nahm es Tempo auf und wurde immer vergnüglicher. Es war eine amerikanische Komödie, ein wahnwitziger Spaß, bei i dem alles ein bisschen zu dick aufgetragen und überdreht wirkte. Eine Überraschung jagte die nächste, kein Auge blieb trocken. Mit einem hohen Tempo wurde gespielt.Mit Brillanz setzen die Schauspieler der Theatergruppe „Die Zeitlosen" die wortgewandte ; vergnügliche Komödie um, die in den 40er-Jahren Amerikas spielt. Alternde Diven des Showgeschäfts sollen im noblen Palm Beach Hotel bei einer Spendengala für Soldaten im Kriegseinsatz auftreten. Die beiden sind sich seit Jahren angeblich Spinnefeind. Alle Beteiligten wissen, dass eine Begegnung der Rivalinnen eine Katastrophe auslösen würde. Beide beanspruchen die Präsidentensuite, und so wird diese zum Schauplatz von Missverständnissen und Nervenkrisen: Zickenzoff auf der Bühne. Hoteldirektor, Pagen und die Privatsekretäre der Damen rotieren, zusätzlich genervt von einer Klatschkolumnistin und der übereifrigen Präsidentin der „Palm Beach Ladys". Die Vorbereitungen der Benefizveranstaltung liefen aus dem Ruder, fund Mister Pippet stand am Ende sogar völlig entnervt am Wendepunkt seines Lebens. Auf der Bühne wimmelte es vor überzeichneten Charakteren. Thomas Streich schien die Rolle des Hoteldirektors auf den Leib geschneidert. Gleichwohl erlitt auch er, mit allen Wassern gewaschene Gastronom, beim nervenzehrenden Auftritt der beiden Diven Claudia McFadden (Doreen Weber als erstaunlich jung gebliebene alte Dame des Gesangs") und Athena Sinclair (Maren Schweilenbach mit karibischem Touch) diverse Kreislaufzusammenbrüche. Und auch Mr. Pippet (ein mit viel Komik gesegneter Volker Thürasch) geriet mehr als einmal aus der Fassung. Ja, der Zickenkrieg im Hotel stand einem Krieg kaum nach. Auf der Bühne flogen reichlich die Türen. Zu allem Überfluss schlich sich noch eine Klatsch-Reporterin ein, die mit Paulina Waistra ebenso gut besetzt wurde wie Petra Streich als Mrs. Everett P. Osgood, „Dame der Gesellschaft". Blieben noch die beiden herzigen Hotelpagen Francis (Christian Böhme) und Otis (Hermann Carstens), die in ihren roten Uniformen gut für manchen Trubel sorgten. Am Ende badeten sich alle samt Hund Misses Boodles (in echt: Frida) im herzlichen Applaus des Publikums.Zwei weitere Aufführungen stehen noch aus: am Freitag, 9, November, und am Sonnabend 10. November jeweils um 20 Uhr, dann lassen Sie sie Schauspieler am vergnüglichem Divenalarm teilhaben. hr

Autor Rutzen Hannelore